Demenzdolmetscherin 

Verhalten von A bis D

Apathie

Teilnahmslos, unbeteiligt sein. Sprechen wir von Verhaltensauffälligkeiten bei Demenz, denken wir im Allgemeinen an vermeintlich zielloses Umherlaufen, lautes Schreien, Rufen oder an ständige Wortwiederholungen. Fest steht jedoch, 
dass gerade Apathie und Rückzug zu den häufigsten Krankheitssymptomen bei Demenzerkrankungen zählen.  Zeigt sich eine Person ruhig, nachdenklich oder schläfrig wird man im Allgemeinen kaum eine Interaktion 
oder Stimulation anbieten. Die betreffende Person zeigt keine offensichtlichen Nöte, kein spezielles Interesse. Daher wird ein Wunsch nach Teilnahme an Aktivität oder Animation nicht vermutet. Hier verbirgt sich die Gefahr, dass zurückgezogenes, ruhiges Verhalten in Form von unbeabsichtigte Teilnahmslosigkeit als Symptom der 
demenziellen Veränderung nicht wahrgenommen, nicht erkannt und damit nicht aufgegriffen wird. (Bildquelle: Apathie pixabay dependent-441404_1280.jpg)

Literaturliste zum Artikel Apathie, wenn eine Auffälligkeit nicht auffällt in der ÖPZ 3/2021.  Literaturliste „Apathie - Wenn eine Auffälligkeit nicht auffällt“ 


Aufmerksam sein. 

Die Umgebung neugierig inspizieren und beobachten. Nicht immer muss Sprache im Spiel sein. Auch an etwas interessiert sein, ist eine anzunehmende Betätigung bei einer demenziellen Veränderung.

Albern sein. Sich über Kleinigkeiten belustigen. Einerseits Symptom, andererseits im Augenblick lebend und den momentanen Humor leben.


Apraxien

Apraxien, sogenannte Werkzeug-Störungen, führen dazu, dass man Gegenstände nicht nach ihrer ursprünglichen Form einsetzt. In einem Beratungsgespräch können unterschiedliche Ursachen und Auswirkungen individuell besprochen werden.


Albern sein. 

Sich über Kleinigkeiten belustigen. Einerseits Symptom, andererseits im Augenblick lebend und den momentanen Humor leben. 


Aggression. 

Laut Duden ist Aggression ein auf Angriff ausgerichtetes Verhalten des Menschen. Bei Menschen mit Demenz ist das Verhalten, welches wir oft als aggressiv bezeichnen, meist nicht auf Angriff ausgerichtet. Das Verhalten dabei bedeutet oftmals nicht verstandene Abwehr oder Abneigung, auch Angst und Unwohlsein. Per se sind Menschen mit demenziellen Veränderungen nicht aggressiv. Man muss sich die Situation(en) sehr genau ansehen und differenzieren.


Alpträume

Alpträume, nicht zu verwechseln, aber schwer zu unterscheiden zu Halluzinationen. Wenn Menschen von Stimmen oder Personen sprechen, sollte man der betroffenen Person ernsthaften Glauben schenken und hinhören. Wann erscheinen diese Personen/Stimmen? Sind es immer dies selben Situationen/Episoden? Auch auf medikamentöse Neben- und Wechselwirkungen sollte man vorbereitet sein. Eine Art Tagebuch zu führen. Alle Angaben genau zu dokumentieren erscheint hier ein gute Grundlage zur Lösung.


Ablehnung

Bzw. Anzeichen der Ablehnung. Als erste Symptome, nicht wahrhaben zu wollen, was nicht mehr funktioniert. Oft mit dem Verlauf überfordert zu sein und keine Unterstützung annehmen zu können. All dies können bei demenziellen Veränderungen Anzeichen sein.


Beobachten

Beobachten,  schauen,  betrachten. Zeichen von Neugierde, nicht immer Langeweile. Eine anregende Umgebung kann das Betrachten positiv anregen und animieren.


Beschäftigung

Sinnvolle Beschäftigung und Betätigung kann bei Männern und Frauen unterschiedlich sein. Sehr alte Fundstücke vom Dachboden oder stimulierende Motorikdecken können für Oma/Mama/Gattin eine positive Aktivierung sein. 



Chaos

Chaotisch leben, auch missbräulich horten oder "Messie-Syndrom" genannt. Eigentlich ist dies im Zusammenhang einer demenziellen Erkrankung eine Auswirkung von ungewollter Unordnung oder Unorganisation bzw. das Ergebnis eines desorientierten Lebens. Man kann den eigenen Haushalt nicht mehr organisieren. Man vergisst Ordnung zu halten und wo alles hingehört. Unordnung war meist nie eine Eigenschaft der betroffenen Person. Dann sehen Sie es als Desorganisation auf Grund der Erkrankung. Es liegen viel mehr Dinge herum - vermutlich findet man nicht immer den vorgesehenen Ort. Oder - auch eine mögliche neue Selbstorganisation: man lässt alles offen herumliegen und findet daher die Gegenstände, die man braucht. Räumen Sie nicht aus falscher Intension heraus die Wohnung "zusammen". Dies kann zu noch mehr Verwirrung sorgen!



Diskussionen

Streitgespräche und unangenehme Situationen können im Zusammenleben mit Menschen mit Demenz vielschichtig vorkommen. Einfühlsame, wertschätzende Kommunikation und die besondere Art der Validation können schlichtend und wirksam wirken. Nähere Informationen während eines Beratungsgespräches. 
 
Drohungen

Drohen - ob verbal oder mechanisch. Wann drohen wir? Wie drohen wir? Als Kommunikation und Abwehrreaktion erkennen und so behandeln. Nicht entgegenwirken, beruhigende andere Worte. Eventuell das Thema lassen und später erneut versuchen.





 


 


 

 
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